Wie Werbung direkt in den Kopf kommt





Wuppertal.

Rund 50 Jungen und Mädchen mit ihren Begleitern lauschen dem Referenten Michael Christoph Schmid (Foto: Andreas Fischer), Dozent an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Hochschule München. Er wird ihnen erklären, warum sie bei Nussnougatcrème gleich an „Nutella“ oder bei Taschentüchern an „Tempo“ denken.

Bei dem Markenlogo des Sportartikelherstellers „Puma“ ist alles klar. „Das sieht man auf Fußballtrikots und im Fernsehen“, sagt ein Junge. Überrascht sind die Kinder, als sie hören, dass es schon vor über 2000 Jahren so etwas wie Marken gab. „Die Römer markierten Tonkrüge mit dem Logo des Herstellers“, erklärt Schmid.

Aber wie kommt die Marke denn nun in den Kopf? „Welches Bild stellt Ihr Euch vor, wenn ich „Milka“ sage?“ fragt Schmid. „Kuh“, „Milch“, „Berge“, kommt wie aus der Pistole geschossen. Und natürlich „Schokolade“ und „Lila“. Schmid: „In der Werbung versucht die Firma, gute Gefühle zu vermitteln. Positive Bilder oder berühmte Menschen sollen Sympathie für eine Marke auslösen. Bei glücklichen Kühen denkt man, das Produkt sei gesund.“ „Stimmt aber nicht“, weiß eine junge Teilnehmerin: „Die lügen, damit man die Schokolade kauft.“ „Richtig“, sagt Schmid, „nur weil Fruchtgummi draufsteht, ist da noch keine Frucht drin.“

Ähnliches gilt für viele andere Produkte. Getränke werben mit frischen Orangen auf dem Etikett und doch ist das meiste Zucker. Was auch die Eltern überrascht, ist, dass viele Hersteller sowohl ein teures, als auch ein günstiges aber identisches Produkt anbieten.

Am Ende steht „Haribo“ bei den Kindern immer noch ganz hoch im Kurs. Aber sie wissen, dass sie von der Werbung verführt werden und dass es auch noch Alternativen gibt.

(anbi)

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