Real-Supermärkte scannen Kunden-Gesichter zur Werbe-Optimierung | hessenschau.de




Die Supermarktkette Real lässt Kundengesichter analysieren, um Werbung zu optimieren – auch hessische Filialen sind dabei. Bedenken beim Datenschutz hat das Unternehmen nicht.

Wer guckt wann wie lange welche Werbung? Fragen, für die sich Unternehmen immer interessieren, die sich aber oft nicht so klar beantworten lassen. Doch je moderner die Technik, desto genauer die Zielgruppenerfassung. In Supermärkten der zum Metro-Konzern gehörenden Kette Real werden Kunden neuerdings von Kameras erfasst.

Die Gesichter werden analysiert, Blickkontakte der Kunden mit Werbebildschirmen im Kassenbereich aufgezeichnet. Damit testet der Augsburger Werbedienstleister Echion, welche Werbefilme bei den Kunden gut ankommen.

Drei Märkte in Hessen beteiligt

In 40 ausgewählten Supermärkten wurden über den Werbebildschirmen im Kassenbereich Kameras installiert, wie Real am Dienstag mitteilte. Der Test sei bereits im vergangenen Herbst angelaufen, sagte eine Sprecherin hessenschau.de. In Hessen seien drei Märkte an der Gesichtsanalyse beteiligt: Eschborn (Main-Taunus), Dreieich (Offenbach) und Wiesbaden-Äppelallee. Bundesweit betreibt Real 283 Märkte.

Erfasst werden nicht nur die Blickkontakte zur Werbung. An die Server des Betreibers werden laut Real auch die „Anzahl der Betrachter, geschätztes Alter, Geschlecht, Zeitpunkt der Betrachtung und die Betrachtungsdauer übermittelt“.

Daten werden anonymisiert

Datenschutzrechtliche Bedenken hat Real nicht. Die Bilder einzelner Kunden seien nur für 150 Millisekunden im Speicher. Sie würden gelöscht, nachdem die Software Alter und Geschlecht geschätzt habe. Die anonymen Daten würden zudem verschlüsselt zum Werbedienstleister Echion übertragen.

Die Analyse erfolge „komplett anonym“, erklärte Unternehmenssprecher Markus Jablonski. Deshalb entstünden „keine personenbezogenen Daten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes“. Auch die Kunden sind nach Ansicht von Real ausreichend über das Verfahren aufgeklärt. Es gebe den gut sichtbaren Hinweis „Dieser Markt wird videoüberwacht“ – das allerdings steht heutzutage am Eingang vieler Supermärkte, auch solcher ohne das Scan-System.

Datenschützer skeptisch

Gesichtserfassung in Supermärkten zum Zweck personalisierter Werbung sehe man „grundsätzlich kritisch“, heißt es dagegen vom Datenschutzbeauftragten Nordrhein-Westfalens, wo Real seinen Firmensitz hat. Die Erfassung des Gesichts sei eine Erhebung personenbezogener Daten, egal ob der Name bekannt sei und wie lange die Daten gespeichert würden.

Ähnlich sieht es Hamburgs Datenschutzbeauftragter. Händler müssten Kunden genauer über die Blickkontaktanalyse informieren, sagte er der „Lebensmittelzeitung“.

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